Frühschwimmer…

Kaum zu glauben – ich habe es tatsächlich geschafft, heute vor der Arbeit Schwimmen zu gehen, den Öffnungszeiten des Urberacher Badehauses sei Dank.

Zwar war ich nicht exakt in meinem selbstgesteckten Zeitplan, denn anstatt Viertel vor sechs bin ich erst knapp zehn Minuten nach sechs Uhr losgefahren und somit eigentlich schon reichlich spät in Urberach, doch vom Plan, ins Wasser zu hüpfen konnte mich nun nichts mehr abbringen.

Die freundliche Dame am Empfang erklärte mir noch schnell, wo was zu finden wäre und wie das mit dem Chip an Eingang/Spind/Ausgang funktioniert und vergaß auch nicht, auf die Vorzüge einer 10er, 20er oder 50er Karte hinzuweisen (Ersparnis 10%/15%/34%). Weiterhin sei es auch noch „schön leer“.

Was das genau bedeuten sollte, offenbarte sich ein paar Minuten später, als ich um ca. halb sieben die Schwimmhalle betrat. Mein Verständnis von „schön leer“ heißt soviel wie: ich bin mit maximal 2-3 anderen alleine im Becken und das ist weit von dem Bild entfernt, das sich mir beim Betreten der Halle bot. Dass ein paar Schwimmer in einem Drittel des nicht gerade breiten 25m-Beckens sportlich ihre Bahnen zogen war wenigstens schon mal ein erfreulicher Anblick, ist man doch nicht der einzige, der den älteren Mitbürgern dann „um sich spritzend“ in die Quere kommt. Von diesen weniger sportlich schwimmenden und/oder am Rand (bevorzugt den Stirnseiten, an denen man ja permanent wenden muss) hängenden und quatschenden Rentnern gab es nämlich erstaunlicherweise einen ganzen Haufen, die dann gleich die restlichen zwei Drittel des Beckens benötigten. Haben die nichts besseres zu tun, als um 6 Uhr morgens baden zu gehen? Können die nicht ausschlafen??? Und vor allem: gab es vor 50-70 Jahren keine Bahnenmarkierungen in den Becken, als die Schwimmen lernten?

Immerhin 0,8km habe ich heute dann doch noch trainieren können, das meiste davon im Rentnerslalom. Ok, vielleicht übertreibe ich ein wenig, es war schließlich nicht ganz so dramatisch, aber einige Punkte nerven mich echt ganz extrem in jedem Schwimmbad, wo keine Bahnen zum Trainieren mit Leinen vom Rest des Beckens abgetrennt sind:

  1. Warum muss man nebeneinander her schwimmen, bevorzugt im Schneckentempo und quatschend? Quatschen lässt es sich doch viel entspannter außerhalb des Beckens in einer Liege?
  2. Warum muss man nebeneinander an den Stirnseiten des Beckens hängend Pause machen, bevorzugt quatschend? Quatschen lässt es sich doch… aber das sagte ich bereits.
  3. Wenn man schon quatschend an der Stirnseite hängt, ist es dann zu viel verlangt, dem Schwimmer, den man schon 15m ankommen sieht, mal zwei Handbreit Platz zu machen, wenn es ihm nicht möglich ist, ohne einen riesengroßen Bogen auf eine andere Stelle auszuweichen, weil vielleicht ein andere Schwimmer entgegen kommt? Quatschen lässt es… ach egal.
  4. Wenn ich als alter Mensch merke (und dabei ist es unerheblich ob männlich oder weiblich), dass ich es nicht schaffe, meinen (geschätzte 135kg wiegenden) Astralkörper 25m geradeaus durch das Wasser zu pflügen – warum lasse ich es dann nicht ganz oder gehe zur Aquagymnastik oder zur Lymphdrainage oder schwimme von Anfang an wenigstens direkt am Beckenrand, anstatt MITTEN IM BECKEN plötzlich 90° in Richtung Rand drehen, bevorzugt auf die Seite, die nachfolgende Sportler sich 5 Sekunden zuvor zum Überholen ausgesucht haben?
  5. Warum kennt eigentlich kein Mensch die Bedeutung der meist in anderer Farbe als der Rest des Beckens gehaltenen Linien auf dem Boden? Und warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, diese Linien mal so zu nutzen, dass man immer rechts davon schwimmt?

Achtet mal darauf – ist echt in jedem Schwimmbad so und das unabhängig von der Uhrzeit.

 

Kategorie(n): Berichte, Sport, Training
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