Rad+Herbst+Dunkel+Regen=lebensgefährlich?

Könnte man meinen, wenn ich darüber nachdenke, wie der heutige Weg zur Arbeit verlaufen ist…

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass von den 8,3km Strecke gerade einmal 3km entlang von Straßen verlaufen, die mit dem Auto befahren werden können und dürfen, finde ich es schon ziemlich beängstigend, dass mich auf diesen 35% Wegstrecke exakt DREI Autos fast über den Haufen gefahren hätten. Wohlgemerkt: mein Rad ist ordnungsgemäß beleuchtet, meine Kleidung zwar dunkel, aber mit reflektierendem Material versehen, ich bin mit meinen 1,86m nicht gerade klein und Handzeichen habe ich auch jeweils gegeben (die Handschuhe haben übrigens auch zwei reflektierende Streifen). Also eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass man gesehen hat, dass ich a) anwesend war und b) was ich vor hatte…

Der erste erwischte mich fast nach knapp einem Kilometer, wo mein Weg mich von der Hauptstraße weg auf einen kaum befahrenen Weg führt und ich dazu links abbiegen muss. Das hinderte den oder die Fahrerin jedoch nicht daran, mein Handzeichen wohl ignorieren zu wollen. Jedenfalls hatte der- oder diejenige just in dem Moment zum Überholen angesetzt, als ich einlenken wollte, besann sich dann aber zum Glück noch eines Besseren und bremste doch noch ab. Das hätte auch anders ausgehen können, das wäre eine volle Breitseite geworden…
Hallo?!? Auch um 6:30h können Radfahrer auf der Straße sein…

Ich vermute mal als Grund: morgendliche Schläfrigkeit.

Der zweite hatte es genau am anderen Ende auf mich abgesehen, genau an der Stelle, wo ich wieder aus dem Schutz der den Forst- und Landwirtschaftsbetrieben vorbehaltenen Feldwege auf die frei befahrbaren Straßen der urbanen Wohnbebauung einbiegen wollte. Auch unter Berücksichtigung dessen, dass meine Lampe bestimmt 1lux schwächer brannte, ich zwei quer fahrende Fahrzeuge durchzulassen hatte und dann links abbog, war ich dennoch zeitlich so weit vor dem mir entgegenkommenden Rentner (deutlich zu erkennen), dass ich locker noch vor ihm hätte auf die Straße einbiegen können. Denkste! Man(n) fuhr ja einen Wagen mit Stern am Kühler (was sonst) und das, in Kombination mit einem fortgeschrittenen Alter, ist leider nur allzu oft die Grundlage für ein zwanghaftes verkehrserzieherisches Verhalten. So auch in diesem Fall, gut zu erkennen daran, dass hier mal schnell noch Gas gegeben wurde, um zeitgleich mit mir in die Straße einzubiegen. Ich hielt es für besser, ihm seinen Willen zu lassen und so kam es, dass wir rund 50m nebeneinander her fuhren, er rechts, ich links, bis er dann doch sein Gaspedal gefunden hatte und ich mich auf den Seiten-/Radstreifen einordnen konnte…

Ich vermute mal als Grund: Sturheit und pensionäres Zwangserziehungssyndrom.

Keine 500m später hatte es dann das dritte Fahrzeug auf mich abgesehen. Diesmal eine junge Frau, die anscheinend mal sowas von zu spät auf dem Weg zur Arbeit war, dass sie es nicht mehr abwarten konnte, dass ich mich “so wie von mir angezeigt“ auf der Abbiegerspur einordnete und mir stattdessen mit ihrem Kleinwagen lieber fast die Hand vom Arm abfuhr, als noch 50m abzuwarten…

Vermuteter Grund: Zeitmangel.

Zwar sind das nun drei verschiedene Gründe, aber ich werde den Verdacht nicht los, dass bei allen dreien noch ein weiterer, ein gemeinsamer Grund hinzu kommt: „Was zur Hölle fällt dem Typen ein, bei dem Wetter, zu dieser Jahreszeit und um diese Uhrzeit noch mit dem Rad zu fahren???“

Muss ich mich nun schon entschuldigen, dass ich mich umweltfreundlich fortbewege oder soll ich mir einfach noch 5 -10 Signalleuchten an die Arme und Beine binden, am besten blinkend in orange beim Abbiegen?

 

Kategorie(n): Berichte, Sport, Training
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