Kindersport, Sportkinder – Kinder und Sport

Dass man den (eigenen) Nachwuchs rechtzeitig sportlich fördern sollte, steht außer Frage. Denn abgesehen von den gesundheitlichen Vorteilen, die ausreichende Bewegung mit sich bringt, lernen Kinder beim Rennen und Toben noch viel mehr – und das fürs Leben. Kräfte einschätzen zu können und die eigenen Grenzen zu kennen hilft dabei, mutig und selbstbewusst auf andere zuzugehen. Selbstverständlich gilt das auch für den Sport und daher freut es umso mehr, wenn der Nachwuchs von sich aus Wünsche zum Thema „Sport treiben“ äußert oder zumindest den Vorstellungen der Eltern nicht von vornherein ablehnend gegenüber steht.
Selbstverständlich muss man bei Wünschen wie Fallschirmspringen, Downhill-Biken, Heli-Skiing oder Springreiten etwas bremsen und auf mögliche Gefahren, Größen- oder Altersbeschränkungen sowie auf die nicht zu unterschätzenden Kosten hinweisen und versuchen, die möglichen Felder der sportlichen Entwicklung zumindest für eine Weile in kindgerechtere Bahnen zu lenken. Gut, man sollte dabei natürlich auch nicht in das Gegenteil verfallen und versuchen, 8jährigen das Babyturnen schmackhaft zu machen. Irgendwo dazwischen gibt es aber ausreichend Möglichkeiten und Angebote, um etwas zu finden, dass allen Randbedingungen gerecht wird. Wenn man dann noch das Glück hat, dass der Nachwuchs Interesse an denselben Sportarten zeigt, wie die Eltern, steht einer harmonischen Nachwuchsförderung nicht mehr viel im Weg.

Kinder sportlich fördern

Wer selbst Sport treibt, berufstätig ist und dann noch den Nachwuchs sportlich fördern will, kommt natürlich nicht um ein gewisses Geschick beim (eigenen) Zeitmanagement herum. Beginnend bei Trainingszeiten in den Vereinen zu Uhrzeiten an denen viele Eltern noch am Arbeiten sind, über die manchmal nicht zu unterschätzende Strecke zu den Trainings- und/oder Wettkampfstätten und zurück, bis hin zur Koordination mit dem – je nach Leistungsstand oder Trainingsziel nicht ganz unerheblichen eigenen Trainingsaufwand. In der Regel sollte es aber problemlos möglich sein, alles zeitlich zu koordinieren.
Zum Beispiel bewege ich mich selbst nicht in Leistungsregionen, die es nicht erlauben oder verzeihen würden, das eigene Training auch mal zu verschieben und/oder ausfallen zu lassen. Ich bin kein Hochleistungssportler, kein Amateur an der Grenze zum Profisport, weit von Top-Platzierungen entfernt und von daher stelle ich mein Training auch nicht ständig über die familiäre Zeitplanung und die Koordination der Familienmitglieder. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich nicht daran interessiert wäre, meinen Trainings- und Wettkampfplan wie geplant zu absolvieren. Aber Änderungen sind eben drin – „balancing sport with life“.

Ein perfekter Laufeinstieg für Kinder: BambiniläufeMeine beiden Kinder sind zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels 5 Jahre, bzw. 8 Jahre alt. Beide haben bereits unterschiedliche Sportarten ausprobiert und festgestellt, dass ihnen manche mehr und andere dafür weniger Spaß machen. Selbstverständlich versuchen wir nach Kräften, sie diesbezüglich zu unterstützen und zu fördern. Wenn die Kinder den Wunsch äußern, einen bestimmten Sport ausprobieren zu wollen, schauen wir, ob sich der Wunsch irgendwie realisieren lässt.
Ohne dass es besonderer Überzeugungsarbeit, Versprechungen oder anderer Trainingsanreize bedurft hätte, haben irgendwann beide Kinder für sich entschieden, dass sie – genauso wie der Papa – an „Rennen“ teilnehmen wollen. Kinder & Sport: Stolz im ZielGenau genommen wollten Sie anfangs nur mit zum Lauftraining, aber der Wunsch, auch mal an der Startlinie zu stehen und nach einer gewissen Distanz über die Ziellinie zu laufen, ließ nicht lange auf sich warten. Möglicherweise mag das mit an der Aussicht auf eine Medaille oder sogar auf einen Pokal gelegen haben, wobei ich nicht müde wurde zu erwähnen, dass erstere häufig an alle und letztere (sofern überhaupt vorgesehen) nur an die Gesamtsieger überreicht werden. Man will ja schließlich keine falschen Hoffnungen wecken. Das Interesse und den Spaß an der Teilnahme an einem Bambinilauf schmälerte das aber nicht.

Glück, Stolz und Medaille: Kinder nach dem Zieleinlauf

Beim „DA21.1 Lauf‘ ich“-Halbmarathon 2013 hatten beide Kids ihr Debüt bei einem richtigen Wettbewerb. Der Große lief direkt beim „Mini-Marathon“ über 1,3km mit und unsere Tochter nahm am Bambinilauf über 400m teil, den sie aber lieber sicherheitshalber noch an Papas Hand absolvierte. Für beide war die jeweilige Distanz nicht „mal eben so“ absolviert, es war natürlich anstrengend. Im Ziel aber zauberte die Erkenntnis, dass man es geschafft hatte und natürlich das Lob der Eltern und die Belohnung in Form von Medaillen sowie Getränken und Obst „wie bei den Erwachsenen“ ein glückliches Strahlen in die Kinderaugen. Die beiden Medaillen wurden anschließend überall voller Stolz herumgezeigt und hängen selbstverständlich heute noch immer in den Kinderzimmern an der Wand.

1. REWE-Bambinilauf für Kinder beim Koberstädter WaldmarathonSeit diesem Tag kam immer wieder die Frage, wann denn der nächste Lauf sei, bzw. wie lange es noch dauern würde, bis dieser Lauf wieder stattfinden würde. Die Antwort: „nächstes Jahr“ führte regelmäßig zu der Nachfrage: „so lange noch?“. Als dann feststand, dass es keinen Darmstädter Halbmarathon und somit auch keinen Mini-Marathon und Bambinilauf geben würde, ging die Suche nach einem geeigneten Ersatzevent los und mit dem Waldmarathon in Egelsbach ergab sich eine günstige Gelegenheit, die Kinderläufe und den eigenen Lauf bei demselben Event stattfinden zu lassen. An derselben Veranstaltung wie Papa teilzunehmen, war für die Kinder natürlich gleich nochmal ein zusätzlicher Anreiz und für mich ergab sich der positive Nebeneffekt, den gesamten familiären Fanclub beim Lauf mit dabei gehabt zu haben. Gelohnt hat es sich ja am Ende (Bericht vom Koberstädter Waldmarathon) für alle. Interessanter Fakt am Rande: der Darmstädter Lauf lag exakt ein Jahr zurück.

Training mit den Kindern – wie und wo?

Kinder & Sport: LaufschuheUm vorbereitet zu sein, musste natürlich (mit Papa) trainiert werden. Leider sind meine Laufstrecken in der Regel alle jenseits von 1-2 Kilometern und somit sind es alles keine sehr kindgerechten Streckenlängen. Wenn dann noch Höhenmeter, matschige Waldwege und/oder Trails hinzu kommen, fällt sogar die Möglichkeit der Begleitung im Babyjogger oder auf dem Fahrrad flach (was aber ohnehin beides keine vom Nachwuchs akzeptierten Trainingsformen gewesen wären). Als spontane und akzeptierte Lösung kämen Besuche auf dem nächstgelegenen und mit einer 400m-Bahn ausgestatteten Sportplatz, bzw. Stadion in Betracht, was für mich zudem gleich noch das Ausloten des künftigen Trainingsortes für Intervalltrainingseinheiten ermöglichen würde. Leider gibt es aber in der Nähe keinen Sportplatz mit Laufbahn, bei dem man nicht außerhalb der Trainingszeiten ortsansässiger (Fußball-)Vereine vor verschlossenen Türen steht. Auf freundliche Nachfrage hin ist es jedoch bislang nie ein Problem gewesen, während der Trainingszeiten die Laufbahn zu benutzen. Schließlich benötigt man für das Lauftraining keinen Rasenplatz und umgekehrt.
Kinder & Sport: LaufschuheDer Vorteil an der Bahn ist natürlich, dass man nach ein paar Runden nicht irgendwo mitten im Feld oder Wald steht, sondern das Training ohne weiteres jederzeit unter- oder abbrechen kann. Möchte man vermeiden, die Kinder bei unerwarteten Trainingsabbrüchen durch Erschöpfung, Müdigkeit oder einfach nur Unlust auf den Schultern oder auf dem Arm nach Hause zu tragen, ist Bahntraining eine echte Option – und mag man es selbst noch so langweilig finden. Dass man auf der Bahn gleich noch Übungen zum Lauf-ABC, kurze Sprints, Staffelläufe und/oder ähnliche Spiele einbauen kann, sei nur am Rande erwähnt. Ich möchte mit dem Artikel ja keine Anleitung zum Kindertraining geben, sondern nur eine Möglichkeit aufzeigen, wie man ab und zu mal mit den eigenen Kindern „trainieren“ gehen kann, wenn die Kinder unbedingt mit am Training der Eltern teilnehmen wollen. Weiter- und zielführenderes Training können Kinder sicherlich in einem Verein mit Leichtathletikabteilung viel besser vermittelt bekommen. Für ein gelegentliches Training zwischendurch ist die Tartanbahn aber ideal, zumal sie gegenüber einer „Laufrunde um den Block“ (für die Kinder) wesentlich professioneller wirkt, selbst wenn am Ende die gelaufene Distanz diesselbe ist.

Laufbericht der Kinder: 1. REWE Bambinilauf, Egelsbach

1. REWE Bambinilauf, EgelsbachNachdem die vergangenen Tage von der Frage „wieviel mal Schlafen noch?“ geprägt waren, standen wir schließlich zusammen mit einer ganzen Horde anderer Kinder und Eltern in Egelsbach auf dem Sportplatz, wo der 1. REWE Bambinilauf im Rahmen der Koberstädter Waldmarathon-Veranstaltung stattfinden sollte. Nach einer (überflüssigen) Runde um den Sportplatz fanden wir schließlich auch das Zelt, wo man die Kinder zum Lauf anmelden konnte. In Egelsbach gab es für den Lauf keine Voranmeldungsmöglichkeit, aber das war nicht weiter schlimm, denn schließlich wurden nur die Namen der Kinder notiert, damit hinterher jeder eine persönliche Urkunde bekommen konnte und das funktionierte reibungslos.
Während des Wartens auf den Start erfuhren wir, dass es für die „Großen“, sprich: die 8- und 9jährigen, die Möglichkeit gibt, anstatt wie zuvor angekündigt 400m, also eine Runde um den Platz, derer zwei, also 800m zu absolvieren. Ob das Ganze eine spontane Entscheidung oder doch längerfristig so geplant war, ließ sich nicht heraushören. Gewusst und/oder gelesen hatten wir es nicht, unser Großer freute sich jedoch über die Möglichkeit, nun doch etwas länger als nur eine Runde laufen zu können.
Kindersport: LaufenImmerhin elf Kinder waren es schließlich, die auf der 800m-Distanz starten wollten. Diese sollten zuerst eine Runde vorweg laufen, die zweite Runde dann mit einem Lauf durch das Spalier der jüngeren Kinder beginnen und anschließend würden die Jüngeren dann auf ihre Runde starten. Eine ganz niedliche Idee, da so alle Kinder die Großen auf der zweiten Runde nochmal kräftig anfeuern konnten. Kinder & Sport: WettkampfUm Ordnung in das Gewühl zu bekommen, wurden nun erst einmal die begleitenden Eltern von der Bahn geschickt und die Kinder entsprechend ihres Laufes aufgestellt. Kurz darauf konnte der Start erfolgen und die erste Gruppe preschte los, als ob es kein morgen gäbe. Das Feld zog sich auf den ersten 200m bereits ziemlich auseinander und die beiden Führenden liefen ziemlich souverän vorneweg, Luca kämpfte um den dritten Platz, als es durch das Spalier der jüngeren Kinder ging.
Kaum war der letzte Läufer der größeren Kinder auf der zweiten Runde, erfolgte auch schon der Start der übrigen Kids.

Kindersport: LaufenEin noch viel wuseligeres Knäuel an Kindern zwischen vier und neun Jahren machte nun sich auf die 400m rund um den Sportplatz und obwohl sich unsere Kleine zuvor noch etwas scheute, sich zu den anderen Kindern in die Startgruppe zu stellen, rannte Nike jetzt mit den anderen zusammen, als ob ein 400m-Rennen für sie das normalste der Welt sei.
Inzwischen kamen die Größeren im Ziel an und Luca musste sich leider auf den letzten Metern seinem Mitläufer um Platz 3 geschlagen geben und kam als 4. seines Laufs ins Ziel. Da es aber ohnehin keine Platzierungen und auch keine Zeitmessung gab, war das nebensächlich und tat dem Spaß am Lauf keinen Abbruch.  Kurz darauf kam auch Nike ins Ziel und war – genau wie wir Eltern – überglücklich und stolz darüber, die ganze Runde alleine gelaufen zu sein.
Da war es dann auch nicht mehr ganz so schlimm, dass sich die Ausgabe der Urkunden, Medaillen und der REWE-Präsenttüten etwas hinzog, ich derweil zum Start meines Rennens musste und es noch eine ganze Weile dauerte, bis alle Kinder versorgt waren. Für die Zukunft könnte man da noch etwas an der Logistik feilen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass dies der erste vom REWE-Center Egelsbach gesponsorte und durchgeführte Kinderlauf war und man sicherlich für zukünftige Veranstaltungen (die es hoffentlich geben wird) gelernt hat. Außerdem hat die Teilnahme am Bambinilauf nichts gekostet – ein weiterer Punkt, der nicht unbedingt selbstverständlich ist. Meckern auf hohem Niveau also. Ich bin mir sicher, dass ich nicht nur für unsere eigenen Kinder spreche, wenn ich hier schreibe, dass es uns freuen würde, wenn der Bambinilauf in Egelsbach zu einem festen Bestandteil des Koberstädter Waldmarathons werden würde.

Der Sport der Kinder – und wie geht’s weiter?

Nachdem nun zwei Läufe (mit zugegebenermaßen sehr großem Zeitabstand) hinter den Kids liegen und auch die Anzahl der Trainingseinheiten bislang überschaubar war, habe ich beide neulich gefragt, ob sie denn gerne an weiteren Läufen teilnehmen wollen. Ich hatte die Frage noch nicht einmal fertig gestellt, da nickten sie schon beide eifrig. Auch die Frage, ob sie dann dafür auch bereit wären mehr und eventuell (so es sich einrichten lässt) in einem Verein dafür trainieren wollen, wurde bejaht. Von Nike etwas zögerlicher, als von Luca, aber sie hat ja auch noch etwas Zeit. Dass der Große es gerne ausprobieren möchte, freut natürlich und wir werden sehen, ob wir in Zukunft dann die Lauftermine von vier Familienmitgliedern koordinieren dürfen…

Kategorie(n): Berichte, Kinder, Laufen, Sport
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Eine Reaktion in einen anderen Blog/Artikel

  1. […] die Laufbegeisterung des Nachwuchses hatte ich ja vor kurzem bereits in einem Artikel berichtet. Nicht erwähnt wurde bislang, dass auch das noch fehlende Familienmitglied seit diesem […]

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